Rätselhafte Aufkleber rund ums Google HQ

23. Juni 2014, 07:08

Zürich – Am frühen Montag staunten die Passanten nicht schlecht: Auf dem Fussweg zwischen der Bushaltestelle „Hürlimann Areal“ und dem Google Hauptquartier wurden unzählige Schilder mit rätselhaften Aufklebern mit chinesischen Schriftzeichen überdeckt. Diese waren zwar leicht zu entfernen, sorgten bei den Passanten aber für leichte Verwirrung.

Auffallend bei dieser Aktion war, dass ausschliesslich Schilder und Tafeln in der Umgebung des Google Gebäudes mit chinesischen Schriftzeichen überklebt wurden.

Im Vorfeld dieser Aktion stellte der Verein Tibeter Jugend in Europa (VTJE) eine dringende Forderung an Google, offiziell nebst den englischen und chinesischen Ortsnamen auch die tibetischen Namen für ihre Karten zu verwenden.

Forderung an Google:

Seit einem Jahr engagiert sich der VTJE durch diverse Aktivitäten um auf diese Forderung aufmerksam zu machen. Auf tibetonthemap.com haben seither Mitglieder des VTJE bereits über 1600 Ortschaften auf tibetisch erfasst – stets mit dem Ziel vor Augen: Google soll zusätzlich zu den englischen und chinesischen Bezeichnungen auch die tibetischen Ortsnamen auf ihren Karten verwenden.

Kulturelle Ausgrenzung

China hält Tibet seit dem Jahr 1951 besetzt. Seither leiden die Tibeter in Tibet unter kultureller Ausgrenzung. In den tibetischen Schulen wird hauptsächlich auf chinesisch unterrichtet. Immer mehr Chinesen werden mit lukrativen Job- und Wohnungsangeboten nach Tibet gelockt. Die Tibeter sind heute in ihrem eigenen Land zur Minderheit geworden.