Open Talk: VTJE im Gespräch mit Tenzing Jigme, Präsident des Tibetan Youth Congress

7. November 2014, 10:10

Vor zwei Tagen ergriffen über 40 VTJE Mitglieder und Mitglieder anderer Tibet-Organisationen die Chance, den Präsidenten des Tibetan Youth Congress (TYC), dem grössten tibetischen NGO, im Rahmen eines Open Talk’s kennen zu lernen. Tenzing Jigme sprach unter anderem über die Schwierigkeiten, mit denen TYC heutzutage konfrontiert ist und über die tibetische Freiheitsbewegung generell. Im zweiten Teil des Abends fand eine lebhafte Diskussion statt. Themen wie die Aktivität des Vereins in Tibet,  violence vs. nonviolence und Rangzen vs. Umelam standen im Mittelpunkt.

An erster Stelle erläuterte er die Geschichte des Vereins sowie die geplanten Aktivitäten. Weiter stand Tenzin Jigme zum aktuellen Thema der Unruhe innerhalb des Vereins Rede und Antwort. Er bedauert es sehr, dass aufgrund der Meinungsverschiedenheiten zwischen Vertretern von Rangzen und Umelam sich einige TYC Chapters dazu entschlossen haben, dem Verein sowie dem Vorstand den Rücken zu kehren und den Kontakt abzubrechen. Wiederholt betonte er wie wichtig die Einigkeit und der Zusammenhalt des tibetischen Volkes sei. Unabhängig von politischen Ideologien. Seit der gewaltsamen Niederschlagung der tibetischen Aufstände im Zuge der Olympiade 2008, habe er selbst die Hoffnung und das Vertrauen an an die chinesische Regierung verloren. Die missliche Lage sei auch der Hauptgrund, weshalb sich der Verein weg vom sozialen Zielen hin zu einer Fokussierung auf politische Aktivitäten ausgerichtet hat. Neuzeitliche Weltgeschehen stimmen ihn jedoch positiv. Auch die Haltung von TYC’s gegenüber CTA wurde thematisiert. Hier betonte er, dass eine grosser Respekt gegenüber der Zentralverwaltung und dem Ansatz des mittleren Weges herrsche. Zudem betonte er das seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, niemals sagte, dass TYC sich ihm widersetzte.

Anschliessend wurde eine Diskussionsrunde zu diversen Themen durchgeführt. Unter anderem stellte Tenzing Jigme klar, dass TYC durch und durch gewaltfrei ist. Bei der Grösse des Vereins ist es jedoch unvermeidlich, dass es einige Mitglieder gibt welche der Ausrichtung des Vereins widersprechen. Jenen Mitglieder legte er ans Herz, aus dem Verein auszutreten, da eine Zusammenarbeit in dieser Art nicht sinnvoll ist.

Ein sehr interessanter Abend endete. Das Publikum hatte die Gelegenheit Neuigkeiten und Insights vom Präsidenten der grössten Tibetischen Organisation zu gewinnen. TYC spielt eine Schlüsselrolle in der Freiheitsbewegung im Exil, sowie auch in Tibet selber. Zum Abschluss sagte er: “Die Freiheit ist unser Recht! Wir dürfen niemals die Hoffnung verlieren und müssen jede Chance packen, die sich uns bietet.”